| Waldbrandgefahrenstufe |
2 von 5 - geringe Gefahrab 19.05.2026 |
© Stadt Lübtheen Die Lindenstadt in der Griesen Gegend
Die amtsfreie Stadt Lübtheen liegt geographisch gesehen im Südwesten des Landesteiles Mecklenburg: in einer Entfernung von ca. 13 km zur Elbe inmitten der sogenannten "Jabler Heide", einem sandigen, mit dichten Kiefernwäldern gesegneten Landstrich zwischen Sude und Rögnitz. Im Westen grenzt das Stadtgebiet an das Gebiet des zum Landkreis Lüneburg gehörende Amtes Neuhaus.
Urkundlich wird Lübtheen erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, als Heinrich von der Hude seinen Anteil am Lande "Jabel" an Herzog Albrecht von Mecklenburg verkaufte. Besiedelt ist diese Gebiet aber schon 3000 - 1600 vor unserer Zeitrechnung gewesen, welches Funde von Kleingeräten wie Meißel, Messerklingen und Keilen im Raum Lübtheen belegen. Es waren die slawischen Stämme der Schmeldinger und Polaben, die sich dann im 6. Jahrhundert am Unterlauf der Elbe ansiedelten. Im Jahr 1640 wurde Lübtheen von der kurfürstlich brandenburgischen Fahrpost als Postort für die Strecke Berlin - Hamburg bestimmt. Während des gesamten 18. Jahrhunderts wurde die Entwicklung Lübtheens durch die Fahrpost geprägt, was sich auf die wirtschaftliche Entwicklung positiv auswirkte, da sich durch Instandhaltung und Reparaturen von Wagen und Gerätschaften eine lohnenden Einnahmequelle für die ortsansässigen Handwerker entwickelte und die Versorgung der Reisenden die Einnahmen der Lübtheener Einwohner verbesserte.
Im März 1822 wurde Lübtheen dann endlich zum Flecken erhoben, ein bereits im Jahr 1772 gestellter Antrag fand zuvor bei der herzoglichen Regierung kein Verständnis.
Mit der Fertigstellung der Chaussee Hamburg - Berlin wurde 1827 das Hauptpostamt von Lübtheen nach Redefin verlegt. Da war es ein glückliches Ereignis, dass 1826 der Einwohner Jenz beim Streusandholen in der Sandgrube am Mühlenberg einen weißen Stein fand, der sich nach Untersuchung durch den Apotheker Hennings als Gips erwies. Im 19. Jahrhundert bestimmten dann die Errichtung des Gipswerkes und der Gipsabbau die wirtschaftliche Entwicklung unseres Ortes. Die Gründung von zwei Kalisalzgewerkschaften 1889 und 1895 erfolgte, nach dem durch Probebohrungen Kalisalzlagerstätten unterhalb der Gipslager gefunden wurden. In Jessenitz und Lübtheen wurde je ein Schacht zum Abbau der Kalisalze abgeteuft. Die Einwohnerzahl erhöhte sich zwischen 1895 und 1905 explosionsartig von 2.545 auf 4.020 Einwohner, da sehr viele Fachleute aus anderen Kaliabbaugebieten zuzogen. Beide Schachtanlagen gingen durch Wassereinbrüche in den Jahren 1912 und 1916 verloren und so war auch diesem wirtschaftlichen Aufschwung keine größere Zeitepoche vergönnt.
Auf dem Gelände des Kalibergwerkes Lübtheen entstand nach 1950 das Fahrzeugwerk "Ernst Thälmann", das Anhänger für Traktoren und LKW herstellte, es hatte kurz vor der Wende 560 Beschäftigte. Nach der Privatisierung und der 2003 erfolgten Firmenneugründung bietet die BRÜGGEN Fahrzeugwerk & Service GmbH derzeit wieder ca. 400 Bürgern einen Arbeitsplatz. Weitere größere Arbeitgeber am Ort sind die Rudolf Dankwardt GmbH, die Agrarproduktion GmbH, die Bäckerei Strasser und die Maschinenbau Jessenitz GmbH.