| Waldbrandgefahrenstufe |
2 von 5 - geringe Gefahrab 19.05.2026 |
Auf einem Holzschnitt, der Lübtheen Anfang des 19. Jahrhunderts zeigt, fällt ein Gebäude mit barockem Schmuckgiebel auf: das 1802/1803 erbaute Postgebäude.
Lübtheen - seit 1640 Postort an der Straße Berlin-Hamburg - wurde 1705 Sitz eines Hauptpostamtes.
Nachdem 1770 die erste mecklenburgische Postordnung erlassen worden war, wurde ein größeres und repräsentatives Gebäude nötig. Der Antrag des Postmeisters Kentzler fand beim Großherzog Gehör und unser heutiges Bürgerhaus „Dat Olle Amtsgericht“ wurde als Hauptpostamt errichtet. Dann verlor Lübtheen sein Hauptpostamt 1826 wieder und behielt nur eine Nebenstelle, für die kein so großes Haus nötig war. Die Einrichtung des Amtes Lübtheen im Jahr 1830 brachte dann einen neuen Verwendungszweck für das ehemalige Postamt.
1879 wurde das Amt Lübtheen aufgelöst, der Ort erhielt dafür den Sitz des Amtsgerichtes. Das Haus nahm nun die Wohnung des Richters, das Gericht selbst und auch die Wohnung des Gefängniswärters auf. Als Gefängnis wurde ein kleines Nebengebäude auf der Hofseite errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt Hagenow das Amtsgericht. Die Lübtheener Nebenstelle verließ 1952 endgültig das Haus und die örtliche Polizeidienststelle zog hier ein.
1953/1954 kam das Internat der Polytechnischen Oberschule dazu. Bis 1975 wohnten die Internatsschüler hier, danach nutzte man das Haus als Schulhort. Im September 1990 endete die Hortnutzung und das Gebäude stand einige Jahre leer. Mitte Oktober 1997 begannen die Sanierungsarbeiten an der künftigen Bürgerbegegnungsstätte. Am 26. März 1999 ist es endlich soweit, das Haus wird eingeweiht und erhält nach seinem bisher längsten Verwendungszweck den Namen „Dat Olle Amtsgericht“.
Im Erdgeschoss haben neben der Stadtbibliothek, die historische Poststube und der Seniorenclub der Volkssolidarität ihren Platz gefunden.
Das Obergeschoss beherbergt den Jugendclub und den Amtssaal. Er bietet nicht nur bei Vorträgen, Buchlesungen und anderen kulturellen Veranstaltungen ca. 60 Personen Platz, sondern wird - festlich ausgeschmückt - seit Mai 1999 auch als Standesamt genutzt.
Gebäude, Institutionen, sonstige Einrichtungen