Stadt Lübtheen

Die Lindenstadt in der Griesen Gegend

Die Kirche in Lübtheen
Foto: © Jörn Lehmann

Die amtsfreie Stadt Lübtheen liegt geographisch gesehen im Südwesten des Landesteiles Mecklenburg: in einer Entfernung von ca. 13 km zur Elbe inmitten der sogenannten "Jabler Heide", einem sandigen, mit dichten Kiefernwäldern gesegneten Landstrich zwischen Sude und Rögnitz. Im Westen grenzt das Stadtgebiet an das Gebiet des zum Landkreis Lüneburg gehörende Amtes Neuhaus.

Urkundlich wird Lübtheen erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, als Heinrich von der Hude seinen Anteil am Lande "Jabel" an Herzog Albrecht von Mecklenburg verkaufte. Besiedelt ist diese Gebiet aber schon 3000 - 1600 vor unserer Zeitrechnung gewesen, welches Funde von Kleingeräten wie Meißel, Messerklingen und Keilen im Raum Lübtheen belegen. Es waren die slawischen Stämme der Schmeldinger und Polaben, die sich dann im 6. Jahrhundert am Unterlauf der Elbe ansiedelten. Im Jahr 1640 wurde Lübtheen von der kurfürstlich brandenburgischen Fahrpost als Postort für die Strecke Berlin - Hamburg bestimmt. Während des gesamten 18. Jahrhunderts wurde die Entwicklung Lübtheens durch die Fahrpost geprägt, was sich auf die wirtschaftliche Entwicklung positiv auswirkte, da sich durch Instandhaltung und Reparaturen von Wagen und Gerätschaften eine lohnenden Einnahmequelle für die ortsansässigen Handwerker entwickelte und die Versorgung der Reisenden die Einnahmen der Lübtheener Einwohner verbesserte.

Im März 1822 wurde Lübtheen dann endlich zum Flecken erhoben, ein bereits im Jahr 1772 gestellter Antrag fand zuvor bei der herzoglichen Regierung kein Verständnis.

Mit der Fertigstellung der Chaussee Hamburg - Berlin wurde 1827 das Hauptpostamt von Lübtheen nach Redefin verlegt. Da war es ein glückliches Ereignis, dass 1826 der Einwohner Jenz beim Streusandholen in der Sandgrube am Mühlenberg einen weißen Stein fand, der sich nach Untersuchung durch den Apotheker Hennings als Gips erwies. Im 19. Jahrhundert bestimmten dann die Errichtung des Gipswerkes und der Gipsabbau die wirtschaftliche Entwicklung unseres Ortes. Die Gründung von zwei Kalisalzgewerkschaften 1889 und 1895 erfolgte, nach dem durch Probebohrungen Kalisalzlagerstätten unterhalb der Gipslager gefunden wurden. In Jessenitz und Lübtheen wurde je ein Schacht zum Abbau der Kalisalze abgeteuft. Die Einwohnerzahl erhöhte sich zwischen 1895 und 1905 explosionsartig von 2.545 auf 4.020 Einwohner, da sehr viele Fachleute aus anderen Kaliabbaugebieten zuzogen. Beide Schachtanlagen gingen durch Wassereinbrüche in den Jahren 1912 und 1916 verloren und so war auch diesem wirtschaftlichen Aufschwung keine größere Zeitepoche vergönnt.

Auf dem Gelände des Kalibergwerkes Lübtheen entstand nach 1950 das Fahrzeugwerk "Ernst Thälmann", das Anhänger für Traktoren und LKW herstellte, es hatte kurz vor der Wende 560 Beschäftigte. Nach der Privatisierung und der 2003 erfolgten Firmenneugründung bietet die BRÜGGEN Fahrzeugwerk & Service GmbH derzeit wieder ca. 400 Bürgern einen Arbeitsplatz. Weitere größere Arbeitgeber am Ort sind die Rudolf Dankwardt GmbH, die Agrarproduktion GmbH, die Bäckerei Strasser und die Maschinenbau Jessenitz GmbH.

 

Wissenswertes über Lübtheen

Das Stadtwappen

 Wappen der Stadt Lübtheen, © Stadt Lübtheen

© Stadt Lübtheen

Blasonierung:

Gespalten; vorn in Rot schräggekreuzt ein silberner Schlägel und ein silbernes Eisen, hinten in Silber auf halbem grünen Hügel eine halbe grüne Tanne am Spalt, an deren Stamm ein aufgerichteter roter Löwe.

 

Genehmigung der Verwendung des Wappens

Die Verwendung des Wappens durch Dritte ist genehmigungspflichtig.
Den Antrag hierzu mit Nennung des Verwendungszwecks stellen Sie 
bitte per E-Mail unter info@luebtheen.de oder Fax 038855 711-99.

Erläuterung der Symbole:

Der sich am Rande der Jabeler Heide aus einer slawischen Siedlung entwickelnde Ort Lübtheen gehörte zunächst zur Grafschaft Dannenberg. Er wird urkundlich erstmals 1363 erwähnt anlässlich des Verkaufs des halben Dorfes durch Heinrich von der Hude an den Herzog Albrecht II zu Mecklenburg. Die andere Hälfte des Dorfes war im Besitz der Familie von Pentz. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte der gesamte Ort zum Domanium.

1822 erhielt Lübtheen die Marktfleckengerechtigkeit.

Die Entdeckung eines Gipsstocks im Jahre 1826 und von Kalisalzlagern im Jahre 1874 sicherten die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Fleckens. Allerdings mussten die Gipsverarbeitung schon 1896 und der Kaliabbau 1916 infolge von Wassereinbrüchen eingestellt werden. 1938 wurde Lübtheen zur Stadt erklärt.

In dem wiederhergestellten Wappen erinnern Schlägel und Eisen als Bergbausymbole an das in Lübtheen betriebene Gipswerk und an den dortigen Abbau von Kali.

Der an der grünen Tanne aufsteigende rote Löwe, das redende Wappenbild der Grafen von Dannenberg, verweist auf die einstigen Landesherren der Gegend.

Gestaltung:

  •  Festgesetzt am: 8.Oktober 1880 vom Großherzoglichen Mecklenburg-Schwerinerischen Ministerium des Innern
  •  Neu gezeichnet: von Heinz Kippnick, Schwerin, 1995 nach der Wappenzeichnung von Carl Teske, 1884

Registriert in der Wappenrolle des Landes:

  • September 1995 unter der Nr. 0090

Sonstige Hinweise:

Am 2. September 1940 war der Stadt Lübtheen vom Reichsstatthalter in Mecklenburg ein von Prof. Hans Schweitzer, Berlin, neu gestaltetes Wappen verliehen worden, dass jedoch mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges seine Gültigkeit verlor: In Gold auf einem grünen Dreiberg eine grüne Tanne mit rotem Stamm, an der ein silberbewehrter roter Löwe aufsteigt.

 

Die Stadtflagge

Stadtflagge der Stadt Lübtheen, © Stadt Lübtheen
© Stadt Lübtheen

Beschreibung:

Die Flagge der Stadt Lübtheen ist gleichmäßig längsgstreift von Grün, Weiß und Rot Auf dem weißen Streifen liegt in der Mitte, zu jeweils einem Drittel in den grünen und roten Streifen übergreifend, das Stadtwappen.

Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.

 

Gestaltung:

Heinz Kippnick, Schwerin

Genehmigt am 18. Dezember 1995

Zahlen und Fakten

Bürgermeisterin
Stadt Lübtheen

Ute Lindenau

Gesamtfläche der Stadt 119,69 km²
Einwohnerzahl
(Stichtag 02.09.2015)
4.783
Ortsteile 19 Ortsteile
Postleitzahlen 19249
19230 OT Neuenrode
19273 OT Langenheide
Schulen 2 (Lindenschule Lübtheen
- Regionale Schule mit Grundschule)
Anzahl Partnerstädte 2 (Tuchola und Grove City)
Tuchola - Polen
Grove-City - USA

 

 

 

Bildergalerie

Lübtheen

 

 


Urheber der Bilder

Auf dieser Seite werden Bilder von den folgenden Urhebern genutzt:

Jörn Lehmann,
Stadt Lübtheen,
Bundesministerium des Innern (BMI)

Youtube-Video: "Oh Lübtheen" - Hendrik Zwar, Michael Hübner, Felix Nagel
Hintergrundbild: Jörn Lehmann